Reise zum Ursprung unseres Kakaos II

Noch nicht beim ersten Teil dabei gewesen? Im ersten Teil unseres Reiseberichts nehmen wir Euch mit zu den ersten Stationen unserer Kakao-Reise an der Elfenbeinküste.

Einblicke in Projekt vor Ort

Heute besuchen wir mehrere Dorfgemeinschaften, in denen über das Cacao-Trace-Programm Projekte umgesetzt wurden. Finanziert werden diese unter anderem über den sogenannten Schokoladenbonus, an dem sich auch die Confiserie HEILEMANN beteiligt.

Unsere erste Station ist eine Grundschule in Abdoulayekro. Rund 210 Kinder aus dem Ort und den umliegenden Dörfern besuchen die Schule. Einige von ihnen sind dafür täglich lange zu Fuß unterwegs.

Zur Schule gehört auch eine Kantine, in der die Kinder während des Schultages eine Mahlzeit erhalten. Als wir ankommen, sind erst einmal viele neugierige Blicke auf uns gerichtet. Kein Wunder, schließlich sorgen wir mit unserem Besuch für etwas Abwechslung im Schulalltag. Mit kleinen Mitbringseln wie Fruchtriegeln, Gummibärchen und Stiften ist das erste Eis dann schnell gebrochen.

Von Abdoulayekro geht es weiter nach Daregba. Dort entsteht gerade ein neues Fermentationszentrum. Was zunächst ziemlich technisch klingt, ist für die Kakaoqualität ein entscheidender Punkt.

Denn nach der Ernte zählt Zeit. Die frischen Kakaobohnen müssen zügig weiterverarbeitet werden. Für die Farmer vor Ort bedeutet ein näher gelegenes Fermentationszentrum kürzere Wege, und gleichzeitig können die einzelnen Verarbeitungsschritte dort gezielt gesteuert werden.

Gerade Fermentation und Trocknung haben großen Einfluss darauf, wie sich Aroma und Qualität des Kakaos entwickeln. Für uns ist es spannend zu sehen, wie viel bereits hier entschieden wird, lange bevor aus den Bohnen einmal Schokolade wird.

Unsere dritte Station führt uns nach Néro Brousse. Dort werden wir mit einer aufwendigen Willkommenszeremonie, Tänzen und kleinen Gaben empfangen. Ein Moment, der uns lange in Erinnerung bleibt.

In der Dorfgemeinschaft wurde mit Mitteln aus dem Schokoladenbonus ein Brunnen gebaut. Vorher mussten die Bewohnerinnen und Bewohner für Trinkwasser deutlich weitere Wege zurücklegen.

Vor Ort wird für uns sehr greifbar, welche Bedeutung ein direkter Zugang zu Wasser im Alltag haben kann. Gleichzeitig wird deutlich: Was für uns selbstverständlich wirkt, ist es längst nicht überall.

Farmertraining und Kolanüsse

Kaum zu glauben, aber schon ist der letzte Tag unserer Reise angebrochen. Die vergangenen Tage sind wie im Flug vergangen und auch heute wartet noch einmal jede Menge Neues auf uns.

Auf einer Modellplantage sehen wir, wie Farmer geschult werden und welche Rolle Wissen und Erfahrung beim Kakaoanbau spielen. Dabei geht es unter anderem um Anbau, Pflege und Verarbeitung der Kakaofrüchte sowie um Faktoren, die Qualität und Ertrag beeinflussen können.

Spannend ist für uns aber nicht nur der fachliche Teil. Bei unseren Besuchen lernen wir auch viel über Traditionen und das gesellschaftliche Miteinander vor Ort. So gehört es beispielsweise dazu, dem Oberhaupt einer Dorfgemeinschaft einen Besuch abzustatten und mit einer kleinen Zeremonie um die Zustimmung für weitere Besuche im Dorf zu bitten.

Und dann wären da noch die Kolanüsse. Wusstet Ihr, dass sie in Côte d’Ivoire ein wichtiges Zeichen der Gastfreundschaft sind? Bei mehreren Dorfbesuchen werden uns Kolanüsse zusammen mit selbst gemachten Pfeffermischungen gereicht. Für uns sind es kleine Gesten, die viel über Wertschätzung und die Kultur vor Ort erzählen und die uns besonders in Erinnerung bleiben.

In Grand Greléon treffen wir Beatrice, die bereits seit den Anfängen am Cacao-Trace-Programm teilnimmt. In der Dorfgemeinschaft wurde ein Wasserturm mit solarbetriebener Pumpe errichtet. Beatrice zeigt uns stolz den direkten Wasseranschluss an ihrem Haus.

Gerade solche Momente machen für uns sichtbar, wie unterschiedlich die Lebensbedingungen vor Ort sind und welche Bedeutung konkrete Infrastruktur im Alltag haben kann. Gleichzeitig nehmen wir von der Reise vor allem eines mit: Je besser wir Herkunft, Anbau und Verarbeitung von Kakao verstehen, desto fundierter können wir unsere Entscheidungen entlang der Lieferkette treffen.

Fermentationszentrum

Zum Abschluss unserer Reise schauen wir uns im großen Fermentationszentrum von Cacao-Trace an, was nach der Ernte mit den Kakaobohnen passiert.

Zuerst geht es für die Bohnen in große Holzboxen. Dort fermentieren sie rund sechs Tage lang, gut eingepackt unter Bananenblättern und Jutesäcken. Dabei wird es erstaunlich heiß, denn im Inneren können Temperaturen von bis zu 50 °C entstehen. Danach heißt es trocknen, wenden, prüfen und sortieren. Auf großen überdachten Tischen werden die Bohnen weiterverarbeitet, bevor sie schließlich in Säcke abgefüllt und für den Weitertransport vorbereitet werden.

Für uns ist besonders spannend zu sehen, wie viel Sorgfalt in diesen Schritten steckt. Fermentation, Trocknung und Sortierung werden genau überwacht, denn sie haben großen Einfluss darauf, wie sich Aroma und Qualität des Kakaos entwickeln.

Und damit schließt sich für uns ein Stück weit der Kreis: Von der frisch geöffneten Kakaofrucht auf der Plantage bis zur fertig aufbereiteten Bohne konnten wir viele Stationen selbst miterleben. Ganz schön viel Weg für so eine kleine Bohne.

Was bleibt uns besonders in Erinnerung?

Eine Woche voller Eindrücke liegt hinter uns. Besonders bleibt uns in Erinnerung, den Weg des Kakaos einmal mit eigenen Augen zu verfolgen: von der Frucht am Baum über Ernte und Fermentation bis hin zur getrockneten Bohne. Dabei wird schnell klar, wie viel Wissen, Erfahrung und Handarbeit in Kakao stecken und wie viele einzelne Schritte seine spätere Qualität beeinflussen.

Genauso bleiben die Begegnungen mit den Menschen vor Ort hängen. Wir haben Dorfgemeinschaften besucht, mit Farmerinnen und Farmern gesprochen und Projekte kennengelernt, die unter anderem über den Schokoladenbonus von Cacao-Trace finanziert werden. Schule, Trinkwasserversorgung oder kürzere Wege zum Fermentationszentrum: Vor Ort bekommen solche Themen plötzlich Gesichter und Geschichten.

Was uns ebenfalls beeindruckt, ist die große Gastfreundschaft, die uns auf unserer Reise immer wieder begegnet. Tänze zur Begrüßung, Kolanüsse als Zeichen der Wertschätzung oder einfach ein herzliches Lächeln: Viele dieser kleinen Momente nehmen wir mit nach Hause.

Die Reise hat uns aber auch nachdenklich gemacht. Die Lebens- und Arbeitsbedingungen, die wir kennengelernt haben, unterscheiden sich zum Teil deutlich von unserem Alltag. Statt daraus einfache Antworten abzuleiten, nehmen wir vor allem eines mit: Es lohnt sich, hinzuschauen, zuzuhören und voneinander zu lernen.

Mit vielen neuen Eindrücken, deutlich mehr Wissen über Kakao und großem Respekt vor der Arbeit, die hinter jeder Bohne steckt, treten wir die Heimreise an. Und eines steht fest: Nach dieser Woche schauen wir auf Kakao ein bisschen anders als vorher.

Unser Engagement in der Viba sweets Gruppe

Kakao ist für Schokolade unverzichtbar und auch für unseren Nougat ein wichtiger Rohstoff. Seine Qualität spielt für uns deshalb eine zentrale Rolle. Auf unserer Reise wurde uns noch einmal besonders deutlich, wie viele Faktoren darauf Einfluss haben: vom Anbau über die Ernte und Fermentation bis hin zur sorgfältigen Trocknung und Sortierung.

Gleichzeitig haben wir erlebt, wie viel Wissen, Erfahrung und Handarbeit hinter jeder einzelnen Kakaobohne stecken. Genau deshalb möchten wir uns weiterhin intensiv mit der Herkunft unseres Kakaos und den Bedingungen entlang der Lieferkette beschäftigen.

Dabei arbeiten wir mit Partnern und Programmen zusammen, die unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Bei Cacao-Trace steht für uns insbesondere die gezielte Verarbeitung und die Qualität des Kakaos im Fokus. Schulungen sowie kontrollierte Fermentations- und Trocknungsprozesse zeigen, wie früh die Grundlage für Aroma und Qualität gelegt wird.

Unsere Reise hat uns dabei nicht mit einfachen Antworten nach Hause geschickt. Im Gegenteil: Sie hat viele neue Fragen aufgeworfen und unseren Blick auf Kakao erweitert. Was wir mitnehmen, ist vor allem mehr Wissen, mehr Verständnis für die Arbeit hinter dem Rohstoff und der Anspruch, unsere Entscheidungen rund um Kakao auf konkrete Informationen zu stützen.

Und eines ist sicher: Eine Tafel Schokolade betrachten wir nach dieser Woche mit anderen Augen.

– Corinna und Ariane